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Was hat die «Kulturrevolution» in China mit dem Gymnasium Leonhard zu tun?

Vor genau 50 Jahren, im Mai 1966, wurde in China die „Grosse Proletarische Kulturrevolution“ ausgerufen. Das vordergründige Ziel war es, die Gesellschaft von bürgerlichen Elementen zu befreien, die die Macht vom Proletariat zu entreissen versuchen. Der traditionellen Kultur wurde der Kampf angesagt, um die kommunistische Revolution vorantreiben zu können, wurde doch diese Kultur als grosses Hindernis zur Erreichung der Ziele der Revolution gesehen. Damit war der Startschuss gegeben für eine bis zum Tode Maos 1976 dauernde Kampagne. Klassenkampf war das Schlüsselwort, das Land befand sich zeitweise in bürgerkriegsähnlichem Zustand und Chaos, Schulen und Universitäten wurden teils geschlossen. Zudem wurde bewusst ein Personenkult um Mao Zedong aufgebaut, der fanatische Züge annahm. Entziehen konnte sich niemand, sonst wurde sogleich als Konterrevolutionär gebrandmarkt.

Heute wird als eigentlicher Grund für diese zerstörerische Kampagne die Stärkung von Maos bröckelnder Macht betrachtet. Offiziell sind mehr als 1,7 Mio. Menschen in dieser Zeit getötet oder in den Tod getrieben worden. Unzählige private und öffentliche Kulturgüter wurden mutwillig zerstört. Aufgearbeitet wird dieses Thema im offiziellen China bis heute nicht.

China war damals von der Aussenwelt abgeschottet und nur wenige Ausländer durften sich in China aufhalten.

1966 reiste der frisch pensionierte Französischlehrer des Mädchengymnasiums (heute Gymnasium Leonhard) und überzeugte Kommunist Jean Moser mit seiner Frau Marie-Louise nach Beijing, um dort für ein Jahr im Fremdsprachenverlag als Französischlektor zu arbeiten. Sie wohnten im Friendship Hotel, der Wohnort für ausländische Experten, in dem sie auch zeitweilig unter „Hausarrest“ gestellt wurden.

Jean Moser hat diese Zeit auf Dias festgehalten, die einen persönlichen Blick auf den damaligen Alltag geben, der trotz Demonstrationen, Revolution, Roten Garden, Zerstörung, Personenkult und Extremismus seinen Lauf nahm.

Die Dias, von denen wir hier einen kleinen Teil zeigen, sowie die Umstände der Mosers in China sind Thema weiterer Recherche.

Brigitte Koller
 

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Das Ehepaar Moser vor dem Tor des Himmlischen Friedens (Tian’anmen) in Beijing
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