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Geschichte der Schule

In der Mitte der Stadt...
Basel, Töchterschule
Bild Legende:

1813 Gründung als «Töchterschule», Erfindung verschiedener Bildungsgänge zur Verbesserung der Bildungs- und Berufschancen der Mädchen
1884 Die Töchterschule bezieht das neu erstellte Schulhaus auf dem Kohlenberg
1899 Eröffnung einer Gymnasial-Abteilung: Einzige Maturitätsschule für Mädchen
1906 Erweiterung um den Jugendstil-Trakt
1913 Gymnasialabteilung eidgenössisch anerkannt
1929 Umbenennung in «Mädchengymnasium» mit 3 Abteilungen:
Gymnasialabteilung, Realabteilung (schweizerischer Prototyp für den neusprachlichen Maturitätstypus) und Allg. Abteilung (schweizerischer Prototyp für die Diplommittelschulen)
1959 Neubau (Holbein-Schulhaus) und Trennung (MG I und MG II)
1968 Auch Knaben besuchen unsere Schule: Umbenennung in Kohlenberg- und Holbein-Gymnasium
1997 Zusammenführung des Kohlenberg- und Holbeingymnasiums und Neubenennung: Gymnasium Leonhard
2013 Jubiläum «200 Jahre Höhere Mädchenbildung Basel»

Das Gymnasium Leonhard ist aus dem Zusammenschluss des Gymnasiums am Kohlenberg und des Holbein-Gymnasiums entstanden. Beide Schulen sind massgeblich geprägt durch die Tradition des Mädchengymnasiums, aus dem sie 1959 hervorgegangen sind. Dort war die Bildungsarbeit seit der Jahrhundertwende zu gleichen Teilen Frauen und Männern anvertraut; immer wurde der gymnasiale Bildungsauftrag emanzipatorisch verstanden: als Auftrag, gymnasiale Bildung auch einer Schülerschaft zu erschliessen, deren Bildungsanspruch gegen gesellschaftliche Vorurteile erkämpft werden musste. Hier wurde 1899 aus der allgemeinbildenden Töchterschule der Stadt eine der ersten Maturitätsschulen für Mädchen entwickelt, hier Ende der Fünfzigerjahre die erste Diplommittelschule unseres Landes und das erste neusprachliche Gymnasium mit eidgenössischer Anerkennung.

Dieser historischen Entwicklung, die etwa im recht hohen Anteil an Frauen bei den Unterrichtenden und Unterrichteten noch heute spürbar ist, fühlen wir uns nach wie vor verpflichtet. Verpflichtet fühlen wir uns aber auch unserem Standort im Zentrum des heutigen Basel: Unsere Lage zwischen den Brennpunkten des kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Lebens unserer Stadt, im Schnittpunkt der Arbeits- und Freizeitwelt unserer Grenzregion am Dreiländereck, verstehen wir als Aufforderung, uns mit der vielfältigen Lebenswirklichkeit, in der wir hier als Lehrende und Lernende leben und arbeiten, bewusst auseinanderzusetzen. Wir suchen den Kontakt zu diesem Umfeld und stellen uns den Fragen unserer Gesellschaft und insbesondere unserer Jugendlichen. Wir gewähren innerhalb unseres Schulbetriebs Raum für die Diskussion aktueller politischer Probleme und für kulturelle Veranstaltungen verschiedenster Art. Wir bemühen uns, in mehr als nur geographischem Sinn eine «Schule in der Mitte der Stadt» zu sein.

«In der Mitte der Stadt» zu sein, heisst: Wir wollen regelmässig den Kontakt zu ausserschulischen Institutionen und Berufsleuten suchen, und wir wollen uns bemühen, über die Grenzen der Fächer hinauszublicken. Damit soll erlebbar werden, dass der Zusammenhang von Erkenntnissen unser Ziel ist. Und damit soll erfahrbar werden, dass man sich in der Schule mit Inhalten befassen kann, die helfen, sich in dieser komplexen, schnellen Veränderungsprozessen unterworfenen Welt zurecht zu finden.
«In der Mitte der Stadt» zu sein, heisst auch: Mit komplizierten Problemstellungen umgehen, Interesse und Engagement zeigen, Verantwortung übernehmen. Damit diese Fähigkeiten besser gefördert werden können, wird der Frontalunterricht ergänzt durch Lernformen wie Fallstudien und Projektunterricht. Diese berücksichtigen die persönlichen Neigungen der Schülerinnen und Schüler und sind besonders gut geeignet, Selbständigkeit und Kooperationsfähigkeit individuell zu entwickeln und den kritischen und schöpferischen Umgang mit dem Wissen zu fördern.